Elche – die Sache mit dem Faschingsdienstag

hallo meine Lieben,

nach Monaten bangen Wartens ist es endlich raus: die Elche sind zu „Sozialstunden für die Gemeinde“ verdonnert worden. Die erste Augustwoche müssen sie die gemeindlichen Beete vom Unkraut befreien. Natürlich sind sie stinkig deshalb und wollen in Berufung gehen aber ich schätze mal, sie werden nicht drum herumkommen, ihre Strafe abzubüßen. Knulf sitzt, den Rosenkranz schwingend, über dem Strafbescheid und murmelt Gebete in einer Sprache, die ich nicht verstehe, Paul lädt gerade sein Gewehr durch und Snörri rennt laut auf den Richter schimpfend „what a dirty dirty ass“ durch die Bude, eine Hand zur Faust geballt.

Was war denn eigentlich passiert?

Die treuen Instagram-Leser erinnern sich bestimmt noch daran, was am Faschingsdienstag 2017 hier am Maibaum geboten war. Für alle „Neulinge“ erzähle ich gerne nochmal die Geschichte, die sich vor ein paar Monaten zutrug.

Wie jedes Jahr im Fasching hatten sich die Elche verkleidet um ein bisschen durchs Dorf zu ziehen. Ich hatte ihnen großzügig „Krapfen- und Limogeld“ ausgehändigt denn wenn ein Elch genug Futter hat, kommt er auf nicht gar so depperte Ideen (dachte ich). Nun, dieses Jahr hatten sie sich als „Verbrecher“ verkleidet und hätte ich gewusst, was das für Ausmaße annimmt, wären die wieder – wie im letzten Jahr – als blaue Schlümpfe durch die Gegend gebuckelt.

Krapfen gabs bei der Bäckerei um die Ecke umsonst (denn da hatten sie bis Rosenmontag zwei Wochen zur Zufriedenheit des Bäckermeisters gejobt und Krapfen gepudert) und so blieb genug Geld übrig für ein paar Becks Lemon. Tja, so ein Elch ist nicht viel größer als eine Bierflasche und der Zustand, wenn er sich ein 0,33er Flascherl Bier ins Figürchen gießt ist selbstverständlich fatal. Zwar hatten sie sich „vernünftigerweise“ beim Metzger ihre warmen Leberkässemmeln geholt um eine „gute Grundlage“ zu haben aber stellt euch vor, ihr trinkt eine 1,70 m große Bierflasche leer und esst dazu EINE warme Leberkässemmel. Das haut nicht hin, oder?

Es kam wie es kommen muss, sie soffen bis sie knülle waren und lungerten schließlich als Verbrecher verkleidet am Maibaum herum, pfiffen Mädels hinterher, rülpsten, veranstalteten Furzwettbewerbe (bei Elchen übrigens eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung) und sangen schmutzige Lieder bis die Anwohner die Polizei verständigten. Wachtmeister Huber wurde von Dirk mit den Worten „hey Sheriff, mogst von meiner Lebakassemme obabeissn“ begrüßt und zeitgleich mit dem Gewehr bedroht.

Wachtmeister Huber redete nicht lange rum, packte alle „Verbrecher“ in das Polizeiauto und brachte die Gangster zur nächsten Polizeidienststelle, wo er sie in die Ausnüchterungszelle steckte. Dass Knulf ihn verfluchte, ließ ihn völlig unbeeindruckt. Jeder Elch trägt in seiner Kapuze eine meiner Visitenkarten bei sich damit man im Notfall weiß, wo selbiger zuhause ist und ihn entweder dort absetzen oder mich anrufen kann.

Mein Handy klingelte gegen Mittag. Mir schwante schon nix gutes und all meine Befürchtungen wurden bestätigt. Ich musste auf die Polizeidienststelle. Jede Mutter kann wohl nachfühlen wie mir zumute war. Als Alleinerziehende ist dieses Gefühl doppelt so schlimm zumal ich den Burschen nicht mit den Worten „wartet nur, wenn euer Daddy heimkommt“ drohen kann. Nein, ich muss da immer ganz allein durch.

Wachtmeister Huber zeigte sich sehr verständnisvoll aber auch etwas verzweifelt als er mich zur Ausnüchterungszelle geleitete. Da saßen reumütig meine Burschen mit gesenkten Häuptern auf der Pritsche neben einem Batman, einem Engel und einem Indianer. Der Batman war ziemlich fertig, hackendicht und hatte blutunterlaufene Augen. Als mich die Elche erblickten, lächelten sie verschüchtert aber rannten mit ausgestreckten Ärmchen auf mich zu. „Love you much moori“ flötete Snörre, während er sich fest an mein Wadel klammerte. Das andere Wadel hielt der Batman fest umschlossen. „Wollens den nicht auch mitnehmen?“ fragte mich Wachtmeister Huber. Nein danke, einen Batman kann ich wirklich nicht auch noch brauchen. Zugegeben, es dauerte etwas, ehe ich den besoffenen Batman abschütteln konnte.

Wie der restliche Faschingsdienstag verlief, brauche ich euch wohl nicht groß zu schildern, oder? Ich hab natürlich am späten Nachmittag nochmal bei Herrn Huber angerufen und ins Telefon geflötet und mit ihm gesprochen, wie eine Frau halt so spricht, wenn sie etwas haben möchte aber scheinbar bin ich etwas aus der Übung. „Sans sicher, dass Sie den Batman ned doch wollen?“ – „Na, Herr Huaba, den kabuttn Bädmän kennans bhoidn“

Wachtmeister Huber kam nicht umhin, die Sache zur Anzeige zu bringen, da sich zu viele Nachbarn beschwert hatten.

Heute nun flatterte der Strafbescheid ins Haus. Ich finde, mit einer Woche Unkrautzupfen sind die Ganoven echt noch gut weggekommen….

Mehr Wiggerl, Lifestyle und Geschichten rund um den Hauselch gibts täglich auf Instagram unter einfach_nur_Wiggerl. Vielen Dank fürs Lesen.

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