Lieblingsbücher

hallo meine Lieben,

lest ihr auch so gerne?

Ich war früher eine richtige Leseratte. Am liebsten las und lese ich im Urlaub, vorzugsweise wenn ich auf einer Liege am Meer in der Sonne vor mich hinbrutzele. Das hab ich schon als Kind gemocht und Jerry Cotton- und Agatha Christi-Romane verschlungen. Später hatte ich dann meine Victoria-Holt-Phase, ganz kurz bin ich auf Konsalik und Simmel übergeschwappt aber das war mir dann doch zu schmalzig. Irgendwann dann packten mich Jean Paul Satre und Albert Camus. Meine Existentialismus-Epoche dauerte ca. ein Jahr. Danach war ich dank meines Vaters geheilt. Auf meine Frage hin, was er denn vom Existentialismus halte, antwortete er ganz pragmatisch: „lauter Spinner! Vertu nicht deine Zeit mit diesen Egoisten“. Ääääähhhh, ja, das war’s dann.

Seit Jahrzehnten lese ich nun vorzugsweise Dokumentationen über Serienmörder, Geschichtsbücher über verschiedene Epochen, gute Thriller und Bücher über die ich mich halb totlache. Zum Glück wurde mittlerweile das E-Book erfunden, so dass Bücher nicht mehr im Regal vor sich hinstauben müssen. Grandios finde ich auch Hörbücher. Da kann ich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Während ich auf der Liege sitze und Socken stricke (dieses Hobby betreibe ich übrigens fanatisch), kann ich Leute beobachten und nebenher ein gutes Buch hören. Besser geht nicht, oder?

Doch was macht ein wirklich gutes Buch aus? Es muss dich fesseln und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Du darfst gar nicht mehr aufhören wollen zu lesen und es kotzt dich an, dass du wenig Schlaf bekommen wirst aber dieses Buch ist so spannend, dass du es nicht mal nachts aus der Hand legen kannst. Oder aber es ist ein so witziges Buch, dass du gar nicht genug von den lustigen Szenen und Sprüchen kriegen kannst. Teilweise kam es beim Lesen von lustigen Büchern schon zu sehr peinlichen Situationen und zwar dann wenn ich z. B. allein am See lag, in der S-Bahn saß oder auf einer Parkbank und plötzlich laut loslachte und alle Außenstehenden mich verständnislos ansahen. Leider neige ich dazu, erst recht lachen zu müssen, wenn ich gerade unter keinen Umständen lachen soll (z.B. in der Kirche). Ich kann weder einen Lachanfall noch einen Heulanfall und erst recht keinen Wutanfall auf Kommando stoppen.

Jetzt stelle ich euch mal ein paar wirklich fesselnde Bücher vor und ich erkläre euch, warum sie zu meinen Lieblingen gehören:

Ich beginne mit einem richtig schrägem Buch. Kennt ihr von Anne Tyler „Die Reisen des Mr. Leary„? Frau Tyler hat eine Menge guter Bücher geschrieben aber der kauzige Mr. Leary ist der absolute Hammer und dabei beherbergt die Geschichte auch viele traurige Passagen. Es handelt sich hier nicht nur um ein lustiges Buch, das man einfach so dahinlesen kann. Nein, da steckt ziemlich viel Tiefsinn, Liebe und Traurigkeit drin.

Mr. Leary, nach 20 Ehejahren gerade frisch verlassen, entwickelt etwas verschrobene und teilweise nicht zum Nachmachen geeignete Methoden, sein Alltagsleben als Single zu meistern. Hund Edward ist auch ziemlich unerzogen und bereitet ihm nix als Schwierigkeiten, so dass er sich hilfesuchend an die wesentlich jüngere Hundetrainerin Muriel wendet. Während sich zwischen Leary und Muriel eine seltsame Liebesbeziehung anbahnt, geht er seinem Job als Verfasser von Reiseführern „Tourist wider Willen in…x….“ nach und begegnet den Herausforderungen des Alltags auf seine ureigene Weise. Ziemlich schräg ist übrigens auch Mr. Learys Verwandtschaft.

Dieses Buch wurde 1988 mit William Hurt und Kathleen Turner in den Hauptrollen verfilmt. Mir persönlich hat der Film nicht sonderlich gut gefallen aber das ist oft so wenn man vorher das Buch gelesen hat. In meiner Fantasie sieht Mr. Leary natürlich nicht aus wie William Hurt und ich finde, die ganze Komik, die sich im Buch findet, kann der Film nicht rüberbringen.

Kurz noch zu Anne Tyler: sie wurde am 25.10.1941 in Minneapolis geboren. Lt. Kritikern gehört „Dinner im Heimweh-Restaurant“ zu ihren bislang erfolgreichsten Büchern. Für den Roman „Atemübungen“ wurde sie 1989 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Nun zu einem der schlimmsten Bücher, die ich je gelesen habe und ich möchte sagen, dass ich hart im Nehmen bin. Nachdem eines meiner Steckenpferde den Serienmördern gilt, hab ich schon viele unfassbar grausame Bücher gelesen doch das Buch „Ich musste sie kaputt machen“ hat mich bis ins Mark erschüttert. Ich las es irgendwann im Herbst. Draußen war es schon finster und auch stürmisch als ich die erste Seite aufschlug. Es dauerte nicht lange ehe mich das Buch in seinen Bann zog. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Ich war fasziniert, erschüttert und verängstigt.

Autor ist Stephan Harbort. Die im Buch geschilderten Ereignisse sind authentisch und handeln von Joachim Georg Kroll, deutscher Serienmörder, Vergewaltiger, Kinderschänder und Kannibale. Man nannte ihn auch den „Ruhrkannibalen“ oder den „Kannibalen vom Rhein“. Geboren wurde Kroll am 17.4.1933 in Hindenburg in Oberschlesien. Von Duisburg aus ermordete Kroll etliche Menschen und verzehrte diese teilweise.

So einen Mann stellt man sich groß und kräftig vor aber in Wahrheit war Kroll ein kleiner, unscheinbarer Typ von knapp 1,60 Meter. Er war zwar schmächtig aber unglaublich kräftig. Wahrscheinlich konnte er gerade wegen seiner „harmlosen“ Erscheinung so viele Menschen ermorden.

Am 1. Juli 1991 starb Kroll in der JVA Rheinbach an den Folgen eines Herzinfarktes.

Ein paar Infos zum Autor: Stephan Harbort wurde 1964 in Düsseldorf geboren. Er ist Autor und Experte für Serienmorde und Täterprofile. Harbort hat mittlerweile eine Reihe von Büchern über Mörder auf den Markt gebracht. Alle sind unglaublich spannend und interessant. Man taucht in eine dunkle Welt ein wenn man seine Bücher liest. Harbort ist übrigens auch oft im Fernsehen zu sehen, z.B. mit Gastkommentaren in der TV-Serie Medical Detectives, er ist Hauptdarsteller des Dokumentarfilms „Blick in den Abgrund“ und der TV-Serie „Protokolle des Bösen“.

Warum lese ich solche Bücher? Ich weiß dann wieder die heile Welt zu schätzen, in der ich lebe. Außerdem bilde ich mir ein, dadurch „vorsichtiger“ durchs Leben zu gehen. So würde ich z.B. niemals im Dunkeln durch einen Park, Wald oder gar Friedhof gehen. Selbst der Gang in die von mir angemietete Büro-Tiefgarage ist nachts ein No-Go für mich. Da geh ich nur mit Begleitung rein. Natürlich gibt es keinen 100%igen Schutz aber ich vermeide sicherlich viele Situationen, in denen mir Gefahr drohen könnte eben weil ich solche Bücher lese.

Wenn ihr also richtig gute Nerven habt, dann schnappt euch dieses Buch…. und immer schön aufpassen denn es gibt viele Krolls in dieser Welt.

Mehr Wiggerl, Lifestyle und Geschichten rund um den Hauselch gibts täglich auf Instagram unter einfach_nur_Wiggerl. Viel Spaß beim Lesen.

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