Amsterdam – Tulpen, schiefe Häuser und verdammt viel Käse

hallo meine Lieben,

heute möchte ich euch ein bisschen was von meinem Amsterdam-Trip erzählen. Ich flog im April 2017 mit 4 Freunden in diese ganz besondere Stadt. Besonders deshalb, weil es wohl nirgends auf der Welt so viele schiefe Häuser zu sehen gibt, wie in Amsterdam.

Ich finde diese Häuser total schräg (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich erkläre euch mal, warum das so ist mit den schiefen Häusern: Früher baute man die Häuser auf Holzpfählen, die im Laufe der Jahrhunderte langsam vermodern, was bewirkt, dass die Häuser einen verzerrten, leicht schiefen Eindruck machen. Zu finden sind diese Häuser in den historischen Stadtteilen Amsterdams. Die Stadt steht auf ca. 5 Millionen Holzpfählen, die wegen des feuchten und sandigen Untergrunds nötig sind.

Mittlerweile hat man einfachere Baumethoden entwickelt. Man verwendet Betonpfähle. Der Hauptbahnhof steht auf ca. 8.600 Pfählen und der Königspalast auf ca. 13.600 Pfählen. Ich finde das ziemlich beeindruckend. All das hat man uns während einer Grachtenfahrt erklärt.

Wenn ihr je nach Amsterdam kommt, dann macht unbedingt eine Grachtenfahrt und lasst euch wegen der langen Warteschlangen nicht davon abhalten. Die Erklärung, die ihr über Tonband während der Fahrt bekommt, ist zwar ziemlich lieblos gemacht aber dafür sehr informativ und ihr bekommt einiges zu sehen. Früher stellten die Grachten einen der Haupttransportwege für Güter und Menschen dar und es war üblich, die Steuern für ein Gebäude nach seiner Breite am Kanal zu bemessen. Deshalb weisen sehr viele Häuser schmale Vorderfronten entlang der Grachten auf. Genug Wohnraum ist dennoch vorhanden, da die Häuser verhältnismäßig hoch sind. Das erklärt auch die schmalen Treppenaufgänge.

Möbel z.B. werden durchs Fenster ins Haus gebracht. Deshalb finden sich an den Giebeln vieler historischer Gebäude vorstehende Balken, an denen sich Flaschenzüge befestigen lassen. Viele Fassaden neigen sich auch nach vorne, was beabsichtigt war. Die Giebel konnten wegen der Enge zwar nicht in die Breite, wohl aber in die Höhe gebaut werden. In Amsterdam gibts die verschiedensten Giebelvariationen zu bewundern.

Wenn ich an Amsterdam denke, fällt mir neben Käse sofort der Ohrwurm „Tulpen aus Amsterdam“ ein. In Amsterdam gibts natürlich auch ein Tulpenmuseum. Einen Besuch dorthin haben wir zwar  nicht geschafft (wegen der vielen Pausen) aber wir haben Tulpen auf verschiedenen Märkten bewundert und natürlich haben meine Freunde Tulpenzwiebel auf dem berühmten schwimmenden Blumenmarkt im Stadtzentrum eingesackt. Ich übrigens nicht, da ich lieber in Leder und Kaschmir investiere :-). Der Markt ist wirklich sehenswert und riesengroß denn man findet dort neben Blumen und Pflanzen aller Art noch jede Menge typische holländische Andenken. Den Blumenmarkt gibts seit 1862 .

Ich erzähle noch was über Tulpen weil die irgendwie zu Amsterdam gehören: in der heutigen Zeit ist die Tulpenzucht ein riesiger Industriezweig. Tulpenzwiebel sind sozusagen Hollands Exportschlager denn Holland bietet die idealen Bedingungen für den Tulpenanbau. Im Frühjahr verwandeln sich die Tulpenfelder in farbenprächtige Blütenteppiche und sind ein wichtiger Touristenmagnet. Es gibt sogar ein eigenes Tulpenvestival. Gut, wir in München haben dafür das Oktoberfest :-).

Die Holländer verfielen im 17 Jahrhundert in einen wahren Tulpenrausch. Von den Reichen wurde die Tulpe als Schmuck an Kleidung und im Haar getragen. Bürger aller Schichten begannen, mit den Tulpenzwiebeln zu handeln und für so manche seltene Zwiebel wurden horrende Preise gezahlt. Man könnte behaupten, die seltene Tulpenzwiebel von damals, ist die Birkinbag von heute ;-))) . Erst durch die Finanzkrise 1637 brach die Tulpenbörse zusammen. Heute sind die Preise wieder moderat.

Bezeichnend für Holland und natürlich Amsterdam sind die Radfahrer. Durch das ziemlich platte Land ist Fahrradfahren echt easy. In Amsterdam seht ihr die urigsten Fahrräder. Meist sind die Stahlseile zum Sichern des Drahtesels teurer als das Fahrrad selbst. Doch aufgepasst auf Amsterdams Straßen denn der Radler hat immer Vorfahrt. Nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt, auf die Radler zu achten. Fahrradverleihe gibts genug in Amsterdam für diejenigen, die per Rad die Stadt kennenlernen möchten.

Käse und Blumen sind die wichtigsten Exportartikel Hollands und wenn es in Amsterdam schon ein Tulpenmuseum gibt, dann ist klar, dass man dort auch ein Käsemuseum (Prinsengracht 112, 1015 EA Amsterdam / Eintritt 1 Euro) findet. Seit über 600 Jahren hat der holländische Käse eine alte Tradition. Die verschiedenen Käsesorten erhalten oft Namen von niederländischen Städten wie z. B. Gouda, Edamer, Leyden, Leerdammer und natürlich die Delikatesse Old Amsterdam. Doch was soll ich groß von Käse erzählen? Einfach rein in eines der zahlreichen Käsegeschäfte, die überall in der Stadt zu finden sind und durchprobieren.

Wirklich sehr sehenswert ist auch das Rijksmuseum. Ich empfehle allerdings dringend, die Tickets im Voraus zu reservieren (geht online ganz prima). Das Museum ist wirklich riesig, so dass ihr locker mehrere Stunden darin verbringen könnt, ohne dass euch langweilig wird.

Das beste kommt zum Schluss, jetzt gibts noch was zum Thema Sex und Drogen 🙂

Ich empfehle dringend eine organisierte Führung durchs Rotlichtviertel von Amsterdam. Zum einen weil es wirklich sehenswert und auch informativ ist und zum anderen weil es klassische Rotlichtviertel – wie in Amsterdam und Hamburg – sonst nirgendwo anders in Europa zu sehen gibt (so zumindest die Auskunft unserer Stadtführerin).

Ich persönlich bin dort in eine Welt eingetaucht, die mir fremd ist. Bordelle, Sex-Shops, sogenannte Laufhäuser und der Besuch einer Peep-Show – hier ist alles geboten und unsere Führerin nahm kein Blatt vor den Mund mit Ihren Geschichten und Fakten. Ihr seht dort Frauen aus aller Welt, die in rot gesäumten Schaufenstern (Fensterprostitution) wie Waren ausgestellt sind und vieles mehr. Natürlich sollte man sich respektvoll gegenüber den Damen verhalten indem man nicht glotzt, Witze reisst oder gar Fotos macht. Das Rotlichtviertel bietet neben Sex auch eine beeindruckende Architektur aus dem 14. Jahrhundert, tolle Restaurants und Cafés. Amsterdam zeigt sich sehr liberal und tolerant gegenüber Prostitution, Pornographie und weichen Drogen. Schwupp, das ist jetzt die perfekte Überleitung zum Thema Coffeeshops und „Haschkekse“.

Monate vor der Reise hatten mein Kumpel Martin und ich uns in die Hand hinein versprochen, dass wir Haschkekse essen und in einen Coffeeshop müssen. Aber was genau versteht man denn unter einem Coffeeshop? Hier handelt sich nicht um ein klassisches Cafe, in welchem man gemütlich einen  Latte Macchiato trinkt und a Stückerl Buttercremetorte verzehrt (es gibt aber sehr wohl Getränke und Speisen dort zu kaufen). Ein Coffeeshop ist eine von der Polizei geduldete Verkaufsstelle sogenannter „weicher Drogen“ in den Niederlanden, d.h. ihr könnt in solchen Coffeeshops Cannabis erwerben und dort auch rauchen. Ebenso könnt ihr dort Space Cookies und Tees kaufen, in welchem geringe Anteile an Cannabis enthalten sind. Diese Coffeeshops findet ihr an jeder Ecke.

Geraucht haben wir nix aber zwei Packungen Space Cookies haben wir gekauft. Auf Empfehlung von Freunden haben wir Spacies mit Schokolade gekauft. Geschmeckt haben beide Sorten super. Der gewünschte Effekt – abheben und sauglücklich sein – trat nicht ein. Allerdings hab ich gut geschlafen in dieser Nacht. Einzigst der Elch ist abgehoben und hat sich mit den restlichen Keksen lachend ins Koma gefuttert aber diese Geschichte konntet ihr vor ein paar Wochen hier auf’m Blog bereits lesen.

Mehr Wiggerl, Lifestyle und Geschichten rund um den Hauselch finden Sie täglich neu auf Instagram unter einfach_nur_Wiggerl. Danke fürs Lesen

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