Ich liebe mich – wen auch sonst?

hallo meine Lieben,

ich bin Single und es gibt derzeit keinen Mann, der mich liebt. Na und?

Es gibt genau drei Tage im Jahr, an denen es definitiv beschissen ist, Single zu sein. Diese Tage sind Silvester, Valentinstag und der Tag, an dem mein Auto verreckt. 365 Tage hat ein Jahr (ausgenommen natürlich Schaltjahre), abzüglich drei beschissener Tage ergibt eine Summe von 362 tollen Tagen. Ein prozentual überdurchschnittliches gutes Ergebnis (hö hö).

Natürlich ist es nicht ganz so easy

Mein selbstgewähltes Singledasein empfinde ich nicht als Strafe. Vielmehr ist es eine bewusste (momentane) Entscheidung. Gerade Frauen in meinem Alter treffen oft die Entscheidung, dass sie keinen Partner mehr fürs restliche Leben finden möchten denn das Singleleben bietet neben vollkommener Freiheit auf viele andere Vorteile – vorausgesetzt, man kommt mit dem Alleinsein gut zurecht und ist finanziell unabhängig.

Schwierig ist es nur, wenn man sich nach einem Partner sehnt und keinen findet. Dann kann das Leben als Single schier unerträglich und auch unangenehm sein und richtig peinlich wird es, wenn Freunde und Verwandte Verkuppelungsversuche starten. Eine Bitte: Lasst den Scheiss, denn es ist für jemanden, der sich wirklich nach Liebe und Zweisamkeit sehnt, sehr demütigend, auf diese Weise zu erfahren, dass er allein doch nicht „komplett“ zu sein schein. Aber das nur mal so am Rande….

Ich bekam – seit ich Single bin – immer wieder mal Nachrichten mit der Bitte, meine Partnersuche doch niederzuschreiben weil es sicher lustig zu lesen wäre. Ich könnte da auch ganz bestimmt mit einigen lustigen Geschichten aufwarten und sollte ich mich jemals wieder auf die Suche begeben, werde ich dies sicherlich zu Papier bringen. Aber sorry, momentan genieße ich mein Leben allein. Zugegeben, manchmal, wenn ich unterwegs bin, lasse ich meinen Blick schweifen. Es bleibt aber auch immer nur beim Schweifen denn was sich mir bietet….. Nein danke. Und aufs Fröscheküssen hab ich keinen Bock. Da knutscht man die Viecher und was kommt dabei heraus? Ein Kerl voller Macken, der wahrlich nichts Hoheitliches an sich hat (meist nicht mal einen ollen Schimmel).

Da küsse ich doch lieber mein Spiegelbild als so einen depperten Frosch denn ich weiß, tief in mir wohnt eine ma(c)kellose Prinzessin, die auch ohne Prinz ganz wunderbar durchs Leben schreitet.

Solange ich mich nicht richtig verliebe, bleibe ich Single denn Vernunftsbeziehungen finde ich schrecklich. Mein Singleleben bietet mir  eine Menge  Vorteile, wie beispielsweise:

  • Die Fernbedienung gehört mir, mir und nur mir. Niemand (keine alte Sau) wird mich tadelnd ansehen, wenn ich mir kompletten Staffeln meiner Lieblingsserien am Wochenende reinziehe.
  • Keine Rechtfertigungen mehr wenn ich mit vollen Einkaufstüten nach hause komme und behaupte, die neue Seidenbluse hat nur 29,99 statt 299 Euro gekostet. Streitet es nicht ab – wir haben allesamt schon diesen Trick angewandt um unnötigen Diskussionen zu entgehen (ich denke, Männer wenden diesen Trick bei Autozubehör und Werkzeug an).
  • Ich kann kochen was immer ich will und es auch essen wann und wo ich es möchte.
  • Theater-, Kino- und Konzertbesuche satt und zwar immer wenn mir danach ist.
  • Die Urlaubsplanung obliegt mir ganz allein. Ich bestimme den Zeitpunkt, den Ort und die Person, die mich evtl. begleitet.
  • Wenn es mir schlecht geht, weiß ich von Anfang an, dass ich allein mit der Situation  fertig werden muss. Es kommt kein Schmerz der Enttäuschung hinzu weil der Partner zu schwach oder wurschtig ist, hinter mir zu stehen.
  • Meine Wohnung ist exakt auf meine Bedürfnisse ausgerichtet.
  • Meine ganze Energie kann ich nur für mich verwenden.

Ich könnte diese Aufzählung unendlich fortführen und auch eine Liste mit Nachteilen erstellen (die aber in meinem Fall sehr kurz wäre). Es ist tatsächlich so, dass es mir allein sehr gut geht und ich verrate euch nun, warum das so ist:

Ich bin mir selbst seit langem der wichtigste Mensch in meinem Leben und es ist mir vollkommen egal, ob ihr denkt, das sei egoistisch. Schon seit Jahren ist mir wurscht, was andere Menschen über mich denken.

Meine Priorität: ich sorge dafür, dass es mir gut geht denn niemand anders, wenn nicht ich, wird das tun. Ich übernehme Verantwortung für mein Wohlbefinden, weil ich mich liebe und es mir wert bin.

Warum Selbstliebe so wichtig ist, erkläre ich euch mit meinen einfachen Worten:

Selbstliebe verleiht uns Selbstvertrauen und innere Stärke. Dadurch ist es uns nicht mehr so wichtig, von anderen Menschen geliebt zu werden. Wir haben keine Angst, die Liebe und Anerkennung der anderen zu verlieren und trauen uns deshalb, alles zu tun und zu sagen, was wir für richtig halten. Angst vor Ablehnung kennen wir kaum und haben deshalb keine Probleme, auf andere zuzugehen.

Unsere Ausstrahlung ist selbstsicher, persönlichkeitsstark und attraktiv weil wir uns nicht verbiegen müssen, um die Liebe anderer zu erhalten. Wir sind uns selbst genug.

Wir sind emotional ausgeglichener wenn wir uns selbst lieben weil wir unabhängig sind von der Meinung der anderen. Auch sind wir emotional stabiler, wenn wir uns unseres Wertes bewusst sind. Selbstliebe macht großzügig. Wenn wir uns selbst lieben, dann sorgen wir dafür, dass es uns gut geht. Selbstliebe hat mit Narzissmus, Egoismus und Überheblichkeit nichts zu tun.

Seltsamerweise ist es für uns normal, uns zu wünschen, von anderen geliebt und gemocht zu werden. Mit der Selbstliebe tun wir uns dagegen schon schwerer. Ich denke, der Ursprung ist in der Kindheit zu suchen. Die meisten von uns wurden so erzogen, dass man nicht egoistisch sein darf und die Bedürfnisse der anderen wichtiger sind als unsere eigenen. Gutes Beispiel aus der Kindheit: „Der Esel nennt sich immer zuerst“ – ich sage „Der Esel nennt sich immer zuletzt“. Es wurde uns anerzogen, immer zuerst an die anderen zu denken. Derjenige, der sich für andere aufopfert und seine Bedürfnisse hinten anstellt, wird geschätzt. Das Resultat dieser Erziehungsstrategie ist, dass wir heute oftmals tausend Dinge und andere Menschen im Kopf haben und uns selbst vergessen.

Natürlich wurde mir die Selbstliebe nicht in die Wiege gelegt. Das ist ein Entwicklungsprozess, den man durchleben und an sich arbeiten muss um zu begreifen, dass wir Liebe und Glück nur in uns selbst finden können. Vielleicht ist es auch eine Sache des Alters, bzw. der Erfahrungen, die wir im Leben sammeln. Fest steht:

Niemand ist dafür zuständig, mich glücklich zu machen.

Viele Menschen erwarten von ihrem Partner, dass er sie gefälligst glücklich zu machen hat. So läuft das aber nicht wie schon Arthur Schopenhauer erkannte. Ich darf zitieren: „Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glücks und Genusses sind ihrer Natur nach höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen“.

Es ist vollkommen egal, ob wir Single sind oder in einer Beziehung leben. Wir müssen lernen, uns selbst zu lieben denn nur dann können wir glücklich sein und evtl. die Kraft aufbringen, uns von Menschen, Beziehungen oder aus Situationen zu lösen, die uns nicht gut tun. Führt keine Beziehung nur weil das von unserer Gesellschaft erwartet wird. Beziehungen sind nur toll wenn sie funktionieren und uns bereichern. Bindet euch deshalb nicht an Menschen, die euch nicht gut tun und verbiegt euch nicht, nur um nicht alleine zu sein.

Wie steht es mit eurer Selbstliebe? Liebt ihr euch? Habt ihr euer inneres Gleichgewicht gefunden? Wie wichtig ist es für euch, dass andere euch lieben? Könnt ihr alleine leben oder braucht ihr die Zweisamkeit?

Ich möchte diesen Artikel mit einem Zitat von Oscar Wilde beenden:

„Eigenliebe ist der Beginn einer lebenslangen Romanze“

Mehr Wiggerl, Lifestyle und Geschichten rund um den Hauselch findet ihr täglich auf Instagram unter einfach_nur_Wiggerl. Vielen Dank fürs Lesen.

18 Kommentare

  1. ganz toll geschrieben, liebe michaela! lese deinen blog immer und freu mich schon auf den nächsten beitrag 😁 – du solltest wirklich ein buch schreiben, zb über den gemeinen hauselch 👍

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  2. Hallo, genau richtig 😘😘 und die Leute die sich selbst nicht lieben… erkennt man schnell, weil sie einfach unzufrieden rüberkommen. Mit Partner oder ohne. Erstmal schaun das es einem selber gut geht.. dann gehts den andern mit gut 😘😘😘😘

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  3. Da sprichst Du wahre Worte und mir genau aus dem Herzen. Eins kommt noch hinzu: Nur wer sich selbst liebt kann auch andere Menschen lieben. Ich finde nicht, dass es etwas mit Egoismus zu tun hat. Das musste ich natürlich auch erst lernen.

    Liebe Grüße Sabine

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  4. Liebe Michaela, wahre Worte! Eine gesunde Selbstliebe ist so wichtig! Wer sich selbst nicht liebt, zerstört sich auf Dauer…….

    Liebe Grüße, und dickes Bussi an Snörri, die anderen , und natürlich Dich!!

    Corinna

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  5. hallo liebe Corinna, schön, dich hier auf dem Blog zu sehen. Es ist tatsächlich so, dass gesunde Selbstliebe eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein erfülltes Leben ist. Snörre mangelt es daran zum Beispiel gar nicht. Alle knutschen zurück. Herzliche Grüße, Michaela

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  6. … und ich freue mich über deine lieben Worte Elli. Da macht bloggen erst so richtig Spaß. Samstag erscheint der neue Artikel und ich freue mich wenn du zum Lesen kommst. Herzliche Grüße, Michaela

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  7. Liebe Elke, ich finde auch, dass man die Leute, die sich selbst nicht lieben, sehr schnell entlarven kann. Schade eigentlich, denn man tut sich ja selbst nichts gutes damit…. Herzliche Grüße, Michaela

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  8. Liebe Michaela, welch schöner, offener Beitrag. Alleinsein heißt nicht einsam sein. Du stehst mit beiden Beinen im Leben und findest Dich mehr als prima, so wie Du bist. Und Recht hast Du. Du bist wunderbar so wie Du bist. Ich habe das Glück einen Mann zu haben, dem meine Bedürfnisse wichtig sind. Ein seltenes Glück. Bleibe so wie Du bist und schreibe noch viele Beiträge. Freue mich auf den nächsten. Kleine Lichtblicke in meinem Alltag. Liebe Grüße Pet

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  9. Liebe Pet, ich freue mich, dass du diesen Blog als Lichtblick siehst. Genau aus dem Grund macht bloggen Spaß. Es geht mir nicht in erster Linie um Kooperationen. Ein Lichtblick zu sein, ist mir viel mehr wert. 1.000 mal DANKE dafür. Halt dein Glück fest und genieße die Augenblicke. Herzliche Grüße, Michaela

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  10. Hallo Michaela, du sprichst mir soooo aus der Seele, es ist das was ich immer wieder sage … bzw. setze ich noch einen oben drauf mit meiner Standard Antwort wenn eine Freundin jammert sie findet niemanden … ich sage dann immer: wie soll dich ein anderer Lieben wenn du dich nicht selbst liebst … wie soll jemand anderes mit dir glücklich sein wenn du es mit dir nicht bist? Wie soll jemand anderes die Zeit mit dir genießen wenn du sie mit dir selbst nicht genießen kannst und als wertvoll betrachtest … kein Mensch möchte die Verantwortung übernehmen für das Glück eines anderen zuständig zu sein … wie du siehst … ich bin ganz bei dir … ganz liebe Grüße -Stefanie von Laureus3.com

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  11. Liebe Stefanie, schön, dass du hier mit dabei bist. Man muss „den Prozess“ erst einmal begriffen haben. Glück und Liebe findet in uns selbst ihren Ursprung und kann nie von außen kommen. Alles was von anderen kommt, ist eine Bereicherung aber die wahren Schätze, finden wir nur in uns selbst. Ich grüße dich ganz herzlich zurück, Michaela

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  12. Guten Morgen Michaela,
    sehr schön geschrieben. Dem ist nichts mehr hinzu zufügen. Ist zwar ein sehr langer Lernprozess gewesen aber mittlerweile habe auch ich es verstanden und seitdem ich Single bin hat sich mein Leben vollkommen gedreht, weil ich nur noch Dinge mache, die mir gut tun und Spaß machen. Seitdem habe ich auch die tollsten Urlaube mit meiner Freundin verbracht und ich würde mich auch in einer zukünftigen Beziehung nie wieder so zurücknehmen, weil ich ja schließlich auch wichtig bin.
    Liebe Grüße
    Sandra

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  13. guten morgen liebe Sandra, schön, dass dir der Artikel gefällt. Es werden weitere in dieser Art folgen. Selbstliebe hat ja nichts damit zu tun, dass man nun keinen Partner mehr will. Man achtet halt mehr auf sich selbst und sucht sich jemanden auf Augenhöhe. Ich wünsche dir weiterhin tolle Urlaube und Events bis der Richtige kommt, der dich dann so nimmt wie du bist. Herzliche Grüße, Michaela

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