ü50 – so what?

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Hallo meine Lieben,

in unserer Gesellschaft, in der Jugendlichkeit ein wichtiger Wert geworden ist, bereitet der natürliche Alterungsprozess gerade vielen Frauen Probleme.

Ich warte ja immer noch auf meine Midlifecrisis aber das Luder kommt und kommt nicht. Dabei bin ich bestens gewappnet, ihr mit erhobenem Antlitz zu begegnen.

Vielleicht hat die depperte Midlifecrisis aber so zaghaft an meine Tür geklopft, so dass ich sie schlichtweg überhört hab. Das wäre wieder typisch für mich, dass ich so laut Shaggy aufgedreht und falsch mitgesungen habe, so dass es der Midlifecrisis schlichtweg zu blöd wurde, sie einfach auf dem Absatz umkehrte und beschloss, mich in Ruhe zu lassen.

Na gut, ich kann mich immerhin noch auf meine Wechseljahresbeschwerden konzentrieren und diese voll ausleben – wenn ich das unbedingt möchte! Hab ich aber leider keine Zeit dazu, weil mein Leben mit ü50 viel zu aufregend, bunt und geil ist um mich auf irgendwelche Beschwerden zu konzentrieren. GEIL! Darf man dieses Wort mit Mitte 50 überhaupt noch verwenden oder klingt es halbstark und möchtegernmäßig?

Hmmmmm, eigentlich ist es mir komplett wurscht wie das klingt denn ich bin wie ich bin und da ich mit dem Wort GEIL aufgewachsen bin, wird es wahrscheinlich nie ganz aus meinem Wortschatz verschwinden. Überhaupt bin ich jetzt – mit Mitte 50 – in einem Alter, in dem ich nix mehr muss, was ich nicht wirklich möchte. Vergleiche mit anderen waren gestern denn ich finde, dass allerspätestens mit 50 unser Selbstwertgefühl so gewachsen sein muss, dass wir drauf pfeifen, was andere von uns denken oder gar erwarten und so hänge ich beispielsweise wie eine 18-jährige ständig am Handy und mache hin und wieder sogar Aufzugsselfies:

Zugegeben, ich werde auch spießiger mit zunehmendem Alter. Spießig in dem Sinne, dass ich wesentlich mehr Wert auf geordnete Lebensverhältnisse lege. Ja genau und deshalb bin ich vor ein paar Wochen zur Rentenversicherungsanstalt geeilt um mir mal einen Überblick zu verschaffen, wie das später mal finanziell ausschauen wird aber das ist ja noch lange nicht spießig, oder doch? Sind auch die guten alten Bausparer spießig?

In letzter Zeit hab ich allerdings ein paar Dinger gedreht, die mich selbst erschreckt haben. So hatte ich neulich kurz überlegt, Filz unter meine Stühle zu kleben um den Holzboden zu schonen und ich wollte endlich diese Untersetzer für Trinkgläser kaufen. Krass, nicht wahr? Ich konnte mich gerade noch rechtzeitig zügeln. Aber neuerdings sortiere ich Lebensmittel im Kühlschrank nach Kühlungsstufe, da ich öfter zuhause und nicht mehr ständig unterwegs bin. Bedenklicherweise finde ich nun auch das Nachtleben in meinem Dorf ziemlich cool denn ich achte in letzter Zeit verstärkt auf meine Schlafenszeit.

Auch der rege Austausch über gesunde Kochrezepte ist spannend geworden und neulich beim Mädelsabend hatten wir eine hoch interessante Diskussion über den Vorruhestand.

Ich könnte noch einige Spießigkeiten aufzählen, die sich gerade in mein Leben schleichen aber pfeif doch drauf. So bin ich eben mittlerweile geworden und das ist okay so. Depperte Ratgeber, auf was Frauen ab 50 achten sollten, trete ich gekonnt in die Tonne was nicht zugleich bedeutet, dass ich beratungsresistent bin. Ich picke mir die Sachen heraus, die zu mir passen und mir gut tun. Leben und leben lassen ist meine Devise.

Neulich beim Arzt hab ich wieder in einer dieser „Frauenzeitschriften“ gelesen, dass Frauen ab 50 empfohlen wird, sich die Haare zu färben oder zu tönen, um nicht älter geschätzt und in eine falsche Schublade gesteckt zu werden. Häääää? Welche Schublade denn bitteschön? Ich entscheide mich gerade ganz bewusst für den Granny Style (siehe hier: Schritt für Schritt zum Granny-Style – Teil 1 und Schritt für Schritt zum Granny-Style – Teil II) um mich von der Masse der ewig Ansatzfärbenden abzuheben.

Ich bin eine so „lebendige“ Person, die trotz grauer Haare sicher nicht in der Schublade „langweilige alte Schachtel“ landen wird denn ich weiß mit Make-up und entsprechender Kleidung dagegen zu wirken. Und überhaupt gehöre ich nunmal in die Schublade „Ü50“ denn ich bin über 50. So what? Dazu stehe ich. Selbst wenn ich mir mit Botox die Muskeln lähme und mit Hyaluron die Fältchen glätte (ab 50 muss eine Frau sich entscheiden zwischen Botox oder Burka hö hö).

Botox und Hyaluron sind Produkte, die man sich mittlerweile so selbstverständlich kaufen kann wie den neuesten Modefimmel und ich kann euch versichern, dass viele Frauen gespritzt sind und es nur nicht zugeben. Mein Kennerblick entlarvt Botoxgesichter mittlerweile.

Und jetzt sind wir endlich bei der Würde angelangt meine lieben Leser denn automatisch beim Thema „Altern“ kommt die menschliche Würde ins Spiel. Unter Würde versteht man die Eigenschaft, eine einzigartige Seinsbestimmung zu besitzen. Würde klingt also nach Weisheit und Erhabenheit aber auch a bisserl nach „zweite Reihe“. Denn in Würde alt werden ist auch eine Zurechtweisung wie beispielsweise „lass das, dafür bist du jetzt zu alt“. Die verdammte Würde kann uns – wenn wir nicht aufpassen – tatsächlich auf einen Platz in der zweiten Reihe verweisen denn, sein wir mal ehrlich, für Frauen ab 45 wird es immer schwieriger, „sichtbar“ zu bleiben.

Ich bin ü50 und spürte die erste Erstarrung vor drei Jahren im rechten Knie als mir der Knorpel riss. Autsch! So what, wähle ich nunmehr halt lieber flache Schuhe statt der roten High Heeels aus Lackleder, was nicht bedeutet, dass ich keinen Wert auf Mode lege.

Manche Sachen tue ich mir nur schlichtweg nicht mehr an und ob mir andere bewundernd hinterherschauen oder nicht ist mir egal denn daran mache ich mein Selbstwertgefühl nicht (mehr) fest.

Ich bin auch aus dem Alter raus, wo ich mit jüngeren Frauen mithalten möchte denn nichts finde ich peinlicher, als mit Gewalt jung sein zu wollen. Mittlerweile besitze ich eine sehr hübsche Sammlung an flachen aber ziemlich coolen Schuhen auch wenn sich darunter keine Triple S von Balenciaga befinden. Muss ich mit ü50 noch jedem depperten Streetstyle der Stunde prägen? Nö, ich muss gar nix mehr.

Muss ich überhaupt noch Trends mitmachen oder gar setzen? Ja, denn Älterwerden bedeutet für mich nicht, mich in die zweite Reihe schieben zu lassen. Ich bleibe schön auf meinem Platz in der ersten Reihe, mit Botoxfresse, flachen Schuhen und grauen Haaren auf’m Schädel und ich hoffe, dass ich viele von uns ü50 Mädels dort vorne treffen werde.

Wer mag, darf sich gerne auf das Interview klicken, welches von „das Unruhewerk“ (älter werden und sichtbar bleiben) hier über mich und meinen Blog Wiggerls-World Interview  veröffentlicht wurde

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VORSCHAU

Im nächsten Blogpost gehts um Taschen. Genauer gesagt um meine neue Birkin. Der Kauf war diesmal nicht ganz so abenteuerlich wie die geheime Mission im letzten Jahr aber ein paar interessante Infos habe ich dennoch für euch.

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4 Kommentare

  1. Liebe Michaela, ja, ja und ja. Das ist ein wunderbarer Blogpost. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich bin es leid, Briefe in meinem Briefkasten zu finden mit Einladungen zu Seniorenveranstaltungen. Verdammt, ich bin 56 nicht 76. Ich gehe arbeiten und hätte eh keine Zeit. Alter findet für mich im Kopf und im Herz statt. Ich passe nicht in die Schublade, wo man Frauen in unserem Alter gerne verschwinden lässt. Immer Köpfchen hoch – wir sind schon tolle Frau 😊. Ganz liebe Grüße und einen wunderbaren Tag für Dich. Pet

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  2. Liebe Pet, schön, dass du mit mir in der ersten Reihe stehst. Da bleiben wir und genießen das Leben. Seniorenveranstaltungen können locker noch 30 Jahre waren 🙂 . Ich grüße herzlich und wünsche dir einen herrlichen Abend, Michaela

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  3. So isses liebe Michaela. Zum Glück haben wir einen großen Mund (oder eine große Klappe) um ihn aufzumachen. Ich lasse mir schon lange nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Irgendwas Gutes muss das Älterwerden ja haben :D. Habe mich übrigens ebenfalls gegen erneutes Haarefärben entschieden. Ich kriege gerade so schöne graue Strähnchen. Nur an Botox und Hyaluronspritzen habe ich mich noch nicht herangewagt. Bisher komme ich mit meinen Falten klar. Schubladendenken finde ich in jedem Alter blöd.

    Liebe Grüße Sabine

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  4. Hallo liebe Sabine, erstmal Glückwunsch zum Grannylook. Ich drücke dir die Daumen, dass du es durchhältst. Ich habe bisher sehr viel positives Feedback erhalten und man kann den Haaren beim Wachsen zuschauen. Das Älterwerden hat viele Vorteile. Man ist gelassen und weiß zumindest was man nicht mehr will. Ich grüße herzlich vom Süden in den Norden, Michaela

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