Vorsicht Falle – miese Tricks auf Ebay und anderen Verkaufsplattformen

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Hallo meine Lieben,

nachdem viele Leser geschockt waren, dass im Juli von zwei Verkäufern Bilder meiner Tasche geklaut wurden um sie dafür zu verwenden, eine Fake-Birkin zu verkaufen (siehe hier Kurz und knackig – Highlights/Rückblick Juli 2019) hab ich mal recherchiert und für euch die fiesesten Verkaufsmaschen zusammengefasst. Vorab möchte ich aber richtigstellen, dass ich nicht die Verkaufsplattformen ansich verteufle denn man kann dort wirklich tolle Deals machen, sondern die miesen Gaunereien, die dort ablaufen können. Ihr werdet staunen, wie einfallsreich die Betrüger auf Ebay sind nur um an eure Kohle zu kommen:

Vorsicht bei Abholung

Beispiel: Ihr habt eine teure Tasche zum Verkauf angeboten. Der Betrüger bezahlt die Tasche per Paypal aber teilt euch mit, dass ein Bekannter von ihm die Ware abholt. Später behauptet der Gauner, dass er die Tasche nicht erhalten hat und holt sich von Paypal sein Geld zurück.

Tipp: Bei Abholung nur Bargeld oder Überweisung akzeptieren. Niemals Paypal.

Vorsicht bei Austausch

Angenommen, ihr habt ein elektronisches Gerät angeboten und verkauft. Versand und auch Bezahlung funktionieren reibungslos. Kurze Zeit später meldet sich der Käufer und behauptet, das Gerät sei kaputt denn es funktioniert nicht und schickt es euch wieder zurück. Allerdings hat er das Gerät vorher gegen defekte Ware ausgetauscht.

Tipp: Notiert euch immer die Seriennummer von Geräten.

Vorsicht bei Nachnahme

Ihr habt Interesse an einem Gegenstand und der Verkäufer besteht auf Zahlung per Nachnahme weil es sicher ist, dass erst bezahlt wird, wenn das Paket eintrifft. Lasst euch auch da nicht täuschen denn auch wenn ihr erst an der Haustür den Auktionspreis (oft plus Nachnahmegebühren) bezahlt, wartet der Paketbote nicht, bis ihr das Paket geöffnet habt. Oft steckt im Paket irgendwelcher Schrott.

Tipp: Meidet Auktionen, bei denen Nachnahme als einzige Zahlungsmöglichkeit angegeben wird. Zum einen ist diese Zahlungsart sehr teuer und zum anderen ist sie riskanter als Vorauszahlung oder Überweisung denn im Betrugsfall kann man den Verkäufer anhand seiner Bankverbindung nicht identifizieren.

Generell ist der Nachnahmeversand nicht zu empfehlen, denn der Empfänger kann die Annahme verweigern. Ihr bleibt auf den Zustellgebühren sitzen – auch wenn ihr die Ware zurück erhaltet.

Dreiecksbetrug

Es ist unglaublich, wie erfinderisch Betrüger sind. Ein sehr genialer Trick ist z.B. dieser hier: Stellt euch vor, ihr bietet über Ebay ein iPhone zum Kauf an. Der Betrüger entdeckt euer Angebot und stellt zu exakt dem gleichen Preis ein identisches iPhone ein. Gleichzeitig setzt er sich mit euch in Verbindung und gibt vor, das Gerät kaufen zu wollen und bittet um eure Bankverbindung. Dann wartet er, bis sich jemand auf seine fingierte Anzeige meldet. Sobald das der Fall ist, gibt er dem Käufer eure Zahlungsdaten.

Der Käufer schickt nun euch das Geld per Paypal. Da der Betrag bei euch eingeht, schickt ihr dem Betrüger das iPhone, für das ein anderer bezahlt hat. Natürlich wird der wahre Käufer das Geld von euch zurückfordern, da er ja die Ware nie erhalten hat. Ihr steht am Ende ohne Geld und ohne iPhone da.

Tipp: Verschickt eure Ware nur an die Adresse, die mit der Paypal-Zahlung identisch ist.

Vorsicht vor der Post-Masche

Der Verkäufer bietet euch zunächst an, die Ware über den preiswerten Postvertrieb seines Arbeitgebers zu versenden und zwar per Nachnahme um dem Geschäft einen seriösen Charakter zu verleihen. Dann bittet er dich, vorher online zu zahlen. Wenn du einem Betrüger aufgesessen bist, zahlst du vorab aber die Ware kommt nie an.

Vorsicht bei Bezahlung mit Scheck

Lasst euch keinesfalls mit Schecks bezahlen denn hier werden von Betrügern auch Kommas falsch gesetzt und auf deinem Konto landen dann statt 50,00 Euro plötzlich 5.000 Euro. Dann bittet man dich, das Geld zurückzuverweisen. Dieser Trick dient zur Geldwäsche bei dem du dich u. U. mit strafbar machst.

Tipp: Wenn der Anbieter im Ausland sitzt, solltet ihr generell vorsichtig sein und auch, wenn der Verkauf an gängigen Zahlungsmethoden vorbei geht (Bezahlung z.B. über Western Union).

Vorsicht bei der Paypal-Masche „Freunde und Familie“

Ein weiteres fieses Beispiel, wie man mit Paypal betrügen kann ist dieses hier: Ihr wollt ein Handy kaufen und findet auf Ebay-Kleinanzeigen den totalen Schnapper: Handy inclusive Ladegerät und Lederhülle. Der Verkäufer bittet euch, das Geld per Paypal zu überweisen allerdings mit der Option, „Freunde und Familie“ auszuwählen denn dann spart man auch noch Gebühren.

Ihr willigt ein und überweist den Betrag. Wenig später ist die Anzeige verschwunden und auch der Kontakt. Ebay hat das Konto gesperrt weil der Verkäufer gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hat. Vom Geld und der Ware fehlt jede Spur denn der Käuferschutz bei Paypal greift nur dann, wenn die Überweisung per „Waren und Dienstleister“ verschickt wurde. Da ihr die Option „Freunde und Familie“ gewählt habt, geht Paypal nicht von einem Verkauf aus, sondern von einem finanziellen Austausch zwischen zwei guten Bekannten.

Einfache Betrugsmaschen

Dass Käufer nicht bezahlen oder Verkäufer die Waren einfach nicht abschicken, passiert leider häufig. Werdet stutzig wenn so Geschichten aufgetischt werden wie „schicken Sie die Ware bitte schnell ab denn ich bin bald im Urlaub, Krankenhaus…..“ Es wird erst verschickt, wenn das Geld auf eurem Konto ist.

Leider werden auch sehr oft nicht mehr funktionstüchtige oder gar kaputte Produkte versendet. Der Verkäufer behauptet, dass beim Verpacken noch alles in Ordnung war. Es ist dann immer sehr schwierig, das Gegenteil zu beweisen.

Social Engineering

Schon mal was von Social Engineering gehört? Hier wird euer Vertrauen und eure Hilfsbereitschaft gnadenlos missbraucht um euch zu manipulieren und Überweisungen zu tätigen oder vertrauliche Informationen preiszugeben.

Das funktioniert so, dass Verkäufer außerhalb von Ebay Kleinanzeigen oder dem Marketplace kontaktiert werden z.B. per SMS oder WhatsApp. Die Käufer wollen euch ein schnelles Geschäft außerhalb der Plattform vorgaukeln mit dem Ziel, dass ihr die Ware möglichst sofort verschickt ohne jemals eine Bezahlung zu erhalten. Ihr werdet mit angeblichen Zahlungsbelegen in Sicherheit gewiegt, die belegen, dass das Geld bereits überwiesen wurde. Allerdings handelt es sich bei den Zahlungsbelegen um gefälschte Screenshots irgendwelcher ausländischen Banken, Paypal oder Überweisungen. So einen Fall hatte ich selbst vor ein paar Jahren als ich eine Tasche inseriert hatte. Zum Glück habe ich die Ware nie verschickt obwohl der vermeintliche Käufer nach der angeblichen Überweisung versucht hat, Druck auf mich auszuüben. Bei Social Engineering kann passieren, dass auch Schadstoffware auf euren Rechner geschleust werden.

Tipp: Vorsicht bei groben Rechtschreibfehlern und schlechtem Deutsch. Prüft entsprechende Benachrichtigungen ob sie echt sind. Hier werden oft Vorgehensweisen beschrieben, die der Zahlungsdienst nicht anbietet.

Persönliche Empfehlung

Überlegt immer, wie plausibel ein Angebot ist. Klar kann man Schnäppchen machen aber wenn der Preis für eine Ware extrem niedrig ist, solltet ihr Vorsicht walten lassen. Zu günstige Angebote entpuppen sich oft als Betrug. Auch wenn es Abweichungen vom „normalen Geschäft“ gibt, solltet ihr achtsam sein machen. Zieht euch zurück wenn ihr auf unfreundliche oder gar aufdringliche Verkäufer stoßt, die womöglich Druck auf euch ausüben. Solltet ihr einem Betrug aufgesessen sein, meldet dies unverzüglich direkt bei Ebay und schaltet die Polizei ein.

Am sichersten ist immer, die Ware abzuholen und bar zu bezahlen. So könnt ihr die Ware überprüfen. Lasst euch den Kauf oder Verkauf schriftlich bestätigen. Die Ware nur an den Käufer bzw. Verkäufer persönlich aushändigen. Ist eine Abholung nicht möglich, dann versichert den Versand. Bei Nichtankommen der Ware ist die Haftungsproblematik ggfs. einfacher zu lösen. Achtet darauf, dass bei Überweisungen und Postversand der Kontoeigentümer und der Empfänger der Ware eine Person sind. Speichert vor allem die Inserate denn so könnt ihr vergleichen wie das Produkt in der Beschreibung und den Bildern angeboten wurde und ob dies mit der Realität übereinstimmt.

Paypal ist neben der klassischen Überweisung die beste Zahlungsmethode bei einer Fernabwicklung. Am allerbesten ist jedoch immer noch die Barzahlung. Lasst euch immer von der Person, mit der ihr die Bezahlung abwickelst, quittieren oder bestätigen, dass ihr die Ware bekommen bzw. übergeben habt.

Ich bin sicher, dass ich bei weitem nicht alle fiesen Maschen aufgezählt habe und dass sich die Betrüger immer neue Tricks einfallen lassen um andere zu schädigen. Zum Glück gibt es aber noch viele ehrliche Käufer und Verkäufer. Seid einfach vorsichtig, geht mit einem gesunden Misstrauen an die Sache heran und lasst euren gesunden Menschenverstand walten.

Habt ihr auch schon schlechte Erfahrung mit Internetkäufen bzw. -verkäufen gesammelt? Wenn ja, welche?

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VORSCHAU

Im Blogpost am nächsten Samstag berichte ich wie es mir mit meinen natürlichen Fingernägeln die letzten 5 Wochen ergangen ist und ob ich das Nagelstudio vermisse.

Außerdem gibts die Tage noch Teil III des GEWOHL-Gewinnspiels.

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Mehr Wiggerl, Lifestyle und Geschichten rund um den Hauselch findest du täglich auf Instagram unter einfach_nur_Wiggerl. Vielen Dank fürs Lesen.

14 Kommentare

  1. Guten Morgen Michaela, was für ein toller und informativer Post… Ich hatte von einigen dieser Methoden keine Ahnung und bin ganz baff über die Betrugsmaschen. Danke fürs ‚Augen öffnen‘!!! Liebe Grüße, hab einen schönen Tag 🌹Silke

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  2. Liebe Michaela, dass es viel Betrug im Netz gibt war mir klar, aber solch perfide Methoden. Ich bin sprachlos. Zum Glück ist mir so etwas noch nicht passiert. Da hat unsere Gesetzgebung auch ein bißchen Nachholbedarf, um solche Betrugsmaschen unmöglich zu machen. Solchen Menschen kann ich nur raten, es mal mit ehrlicher Arbeit zu probieren. Liebste Grüße aus dem sonnigen Norden Pet

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  3. Hallo Michaela,
    sehr interessanter Artikel! Vielen Dank dafür!
    Als Käufer ist mir eigentlich noch nix passiert, aber als Verkäufer bin ich anscheinend schon auf die „Elektronik-Defekt-Masche“ hereingefallen…. ich habe eine Dreambox eh schon ziemlich günstig verkauft, vorher wurde dieses Teil noch von einem IT-ler gecheckt (da habe ich noch dafür bezahlt) und dann hat das Teil angeblich nicht funktioniert….
    Ich hatte echt keinen Bock, mich da rumzustreiten und dann nochmal Gebühr für den Versand zu zahlen und dann hab ich dem Typen das Teil einfach geschenkt. Vielleicht bin ich auch zu nett, andere würden sich da vielleicht ewig rumstreiten, aber für 50 Euro verschwende ich nicht so viel Energie…
    Schönen Tag wünsch ich Dir! Grüsse aus Amberg

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  4. Liebe Michaela, vielen Dank für deinen wieder einmal sehr interessanten Artikel. Ein befreundeter Schmuckhändler hat genau das erlebt. Eine (echte!) Rolex wurde erworben. Mit Pay Pal bezahlt. Dann reklamiert und zurück kam zwar das „richtige“ Rolex-Modell, aber leider kein Originalprodukt.
    Man kann heute wirklich nicht mehr vorsichtig genug sein!

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  5. Hallo meine Liebe, das mit der Rolex ist ja der Hammer. Ich würde mich in den Arsch beissen. Bei so einer Uhr sind ja tausende von Euros weg. Danke für deinen Beitrag. Viele liebe Grüße, Michaela

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  6. hallo liebe Ulla, wegen 50 Euro hätte ich auch nicht rumgemacht aber ärgerlich ist es trotzdem. Diese Typen sind sowas von dreist! Ich wünsche dir, dass du diese Erfahrung nicht nochmal machen musst. Ich schicke liebste Grüße nach Amberg, Michaela

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  7. Liebe Pet, frag mal, wie ich bei meiner Recherche gestaunt habe. Es ist unglaublich, was die sich alles einfallen lassen. Man kann nicht vorsichtig genug sein. Wir haben ab morgen auch wieder schöneres Wetter. Liebste Grüße aus München, Michaela

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  8. Liebe Silke, klar haben wir ehrlichen Leute keine Ahnung von solch fiesen Tricks. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir vorsichtig sind. Schade um die Leute, die ehrlich sind und auf solchen Plattformen kaufen und verkaufen wollen. Viele liebe Grüße, Michaela

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  9. Liebe Michaela, vielen Dank für den Bericht, ich bin zwar noch nicht betrogen worden, werde aber zukünftiger noch mehr aufpassen!

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  10. Liebe Marianne, wie schön, dass du dich hier meldest. Die Welt ist schlecht – ich habe nicht schlecht gestaunt bei meiner Recherche. Wir sehen uns am Samstag. Bis dahin schicke ich herzliche Grüße, Michaela

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  11. Guten Morgen, liebe Michaela. Schlimm, mit welchen Tricks Betrüger arbeiten…… Man muß wirklich vorsichtig sein. Danke für Deine Aufklärung.
    Liebe Grüße
    Corinna

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  12. Liebe Corinna, ich bin sicher, es gibt noch mehr Tricks. Man muss wirklich aufpassen denn diese Betrüger sind skrupellos und erfinderisch. Viele liebe Grüße, Michaela

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  13. ich kann paypal nicht mehr empfehlen. du bist immer gelackmeiert, egal ob als käufer oder verkäufer. wenn dich jemand veräppeln will, dann gibt es mit paypal genug wege. natürlich ist es ausserhalb der EU das einzige, was easy funktioniert, aber die gebühren und vor allem der wechselkurs sind jenseits von gut und böse.

    liebe grüße
    bärbel ☼

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  14. Hallo liebe Bärbel, das ist natürlich richtig, dass auch Paypal seine Nachteile hat. Ich habe bisher immer reibungslos bezahlen können – die Gebühren sind manchmal allerdings schon horrend. Herzliche Grüße, Michaela

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