Verzeihung…. bitte….

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die Sprüche sind Internetfunde und nicht meiner Feder entsprungen

Hallo meine Lieben,

ihr habt sicher alle selbst schon mal erlebt, wie beschissen man sich fühlt, wenn man so richtig tief verletzt wurde. Ganz bestimmt hat euch die Wut oder Traurigkeit auf einen Menschen, nächtelang wachgehalten und ihr habt euch geschworen: „das werde ich dir nie verzeihen (du Arsch)“.

Ich finde es ganz legitim, wütend oder traurig zu sein wenn uns jemand enttäuscht oder verärgert hat. Wut und Trauer sind sehr heftige Emotionen und sollten – bis zu einem gewissen Maß – ausgelebt werden. Doch irgendwann sollten wir uns beruhigen und damit beginnen, unsere Enttäuschung zu verarbeiten und zu verzeihen.

Ja, man muss seinen Feinden verzeihen, aber nicht eher, als bis sie gehängt werden

Verzeihen ist zwar unheimlich schwierig aber eine ganz wichtige Sache auch wenn manche Dinge unverzeihlich sind, sollten sie uns nicht ein Leben lang belasten.

Die großen und die kleinen Dinge

Was für jeden von uns „unverzeihliche“ Dinge sind, ist ganz unterschiedlich. Es müssen nicht immer die großen Knaller sein. Oft sind es nur kleine, alltägliche Dinge, die uns quälen. Es gibt z. B. Leute, die es unheimlich trifft, wenn man ihren Geburtstag vergisst oder wenn man sich nicht genug für eine Gefälligkeit bedankt hat. Diese Beispiele sind zwar in meinen Augen Banalitäten aber dennoch können sie uns quälen und uns das Leben schwermachen. Auch grundsätzliche Ereignisse können uns ein Leben lang verfolgen wie z. B. unsere Erziehung. Schade eigentlich, oder?

Verzeihen befreit

Verzeihen ist ein freiwilliger Prozess und da sollte man sich nicht von anderen einreden lassen, dass man die Sache nun doch endlich verzeihen sollte. Den Zeitpunkt und ob überhaupt, muss jeder für sich selbst entscheiden denn jeder von uns hat unterschiedlich starke Empfindungen und andere Erfahrungen gemacht. Verzeihen wirkt nämlich nur wenn wir wirklich davon überzeugt sind, dass es jetzt gut ist. Dann kann Verzeihen sehr befreiend für alle in das Drama involvierten Personen sein.

Vergib anderen nicht weil sie Vergebung verdienen, sondern weil du Frieden verdienst

Sich selbst verzeihen

Jeder von uns trägt Schuldgefühle aufgrund vergangener Fehler, die man begangen hat, in sich. Dass wir als Menschen Fehler machen ist unvermeidbar und allein schon die Akzeptanz dieser Tatsache ist der Kernpunkt, sich selbst zu verzeihen. Wir müssen uns unsere Fehler eingestehen. Oftmals schämt man sich für Dinge, die man getan hat weil man nicht mutig oder rebellisch genug war, sich aufzulehnen. Vielleicht hat man im betrunkenen Zustand Mist gebaut oder aus Neid jemanden geschadet. Es kann ziemlich peinlich sein, sich seine Fehler einzugestehen. Schuldgefühle bringen uns jedoch nicht weiter. Sie sind letztendlich nur eine Selbstbestrafung. In extremen Fällen redet man sich ein, kein Recht mehr auf ein glückliches Leben zu haben.

Meinen Blogposts zum Thema Fehler könnt ihr hier nachlesen: Fehler machen erlaubt!

Ursachenforschung

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass niemand mich absichtlich verletzen möchte – jedenfalls meistens. Jeder versucht immer im Rahmen seiner Möglichkeiten zu handeln. Die wenigsten machen etwas absichtlich falsch oder schlecht. Manchmal sind es nur Unachtsamkeit des anderen, die uns massiv treffen. Es lohnt sich daher oft, zu hinterfragen warum der andere so gehandelt hat bzw. warum mich gerade dieses Verhalten so besonders trifft.

Wenn ein Mensch etwas falsch gemacht hat, vergiss nicht die guten Dinge, die er vorher gemacht hat

Natürlich ist es schlimm, wenn sich der Partner in eine andere verliebt und uns sitzen lässt. Im ersten Moment fühlt man sich verletzt und betrogen. Schlimmstenfalls ist durch eine Trennung die Existenz gefährdet und Kinder involviert. Das Leben wird nicht mehr so sein, wie es war. Dass die Beziehung schon lange schlecht lief und man sich vielleicht selbst schon mit dem Gedanken an Trennung befasst hat, sieht man im Augenblick des Schmerzes vielleicht gar nicht.

Ich habs nicht so mit vergeben und vergessen. Eher mit vergraben und verwesen lassen

Aber nach einer gewissen Zeit stellt sich jedoch heraus, dass die Kinder seit der Trennung nicht mehr unter den Streitereien zu leiden haben. Vielleicht ist man ja auch glücklicher allein oder findet einen neuen Partner, der besser passt? Wäre es da nicht gut, zu verzeihen um frei für ein neues Leben zu sein?

Was passiert mit uns wenn wir verzeihen

Wenn wir nicht verzeihen gerät Seele und Körper aus dem Gleichgewicht. Unser Körper reagiert unter Umständen mit Beschwerden wie Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Magenverstimmungen usw. und unsere Seele bleibt traurig, wütend und verschlossen. Wir beeinflussen unsere eigene Lebensqualität enorm, wenn wir nicht vergeben können und bestrafen uns selbst. Ist es das wert?

Wenn wir verzeihen, bedeutet es ja nicht, dass wir okay finden, was geschehen ist. Wir können die Sache nach wie vor gemein, hinterhältig, falsch oder was auch immer finden und wir müssen denjenigen, der uns was angetan hat, nicht wieder in unser Leben lassen.

Ich besitze vielleicht die Reife, dir zu verzeihen, aber bestimmt nicht die Dummheit, dir nochmal zu vertrauen

Durchs Verzeihen haben wir lediglich beschlossen, die Sache loszulassen und uns nicht auf Dauer von der Tat negativ beeinflussen zu lassen. Wir gehen einfach anders damit um.

Verzeihen ist kein Zeichen von Schwäche. Wir sollten uns auch nicht entmutigen lassen, wenn wir mehrere Anläufe brauchen um zu verzeihen. Wie alles im Leben ist auch das Verzeihen ein Lernprozess.

Wie haltet ihr es mit dem Verzeihen? Tut ihr euch da leicht oder seid ihr nachtragend? Ich brauche ehrlich gesagt länger (manchmal richtig lange sogar), ehe ich bereit bin, zu verzeihen.

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VORSCHAU

Nächsten Mittwoch gehts weiter mit unserem allseits beliebten Bätschi. Zum Glück sind wir schon bei Folge 7 angelangt und ich hoffe, die Blitzbirne findet endlich die wahre Liebe.

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10 Kommentare

  1. Guten Morgen!
    Guter Blogpost und ein wichtiger… ich bin ein Mensch, der sich extrem schwer tut mit Verzeihen, weiß aber aus eigener Erfahrung, dass es wirklich Frieden schafft, wenn man verzeiht…
    schönes Wochenende liebe Michaela

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  2. Hast du super geschrieben. Klasse Thema .. ich bin da ganz schwierig.. ich verzeih eher selten.. ich sag oft mal nix… aber ich vergesse es nicht … aber wenn nochmal was ist … sag ich halt gar nix mehr … 🤔
    Schönen Samstag 😘
    Liebe Grüße Elke

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  3. Liebe Susanne, es kommt ganz auf das „Vergehen“ an. Manchmal stecke ich das sehr schnell weg aber es gibt Dinge, die mich so tief verletzen, dass ich auch ganz lange brauche. Aber tatsächlich ist es dann sehr befreiend, wenn man aus ganzem Herzen verziehen hat.
    Auch für dich ein schönes Wochenende und herzliche Grüße, Michaela

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  4. Liebe Elke, ich finde das Thema auch sehr schwierig weil uns so manches Verhalten in den Grundfesten erschüttert und nicht selten demütigt und unseren Stolz verletzt. Vergessen tue ich auch nie aber ich bin schon bereit – auch wenn es oft länger dauert – zu verzeihen. Ich muss den Menschen ja nicht mehr in mein Leben lassen. Denk dran Elke, dass man im Leben alles zurückbekommt. Auch die Personen, die uns verletzen werden irgendwann dafür bestraft.
    Schönes Wochenende und liebe Grüße, Michaela

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  5. Hallo Michaela, mit dem Verzeihen habe ich es auch nicht, ich kann vergessen aber zum verzeihen brauche ich ganz ganz lange. Bei meinem ersten Mann hat es sogar 8 Jahre gedauert und dann konnte ich meinen Gegenschlag, sogar persönlich von Auge zu Auge und gegenüberstehend platzieren 💪und mir ging es sofort merklich besser. Ich habe noch so einiges offen und werde dies zur richtigen Zeit regeln🧐ich wünsche dir einen klasse Tag . Liebe Grüße Margit 😘🥰

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  6. Liebe Margit, Menschen die wir lieben können uns besonders tief verletzen. Deshalb kann ich verstehen, dass es dir der Gegenschlag eine Genugtuung war. Ich wünsche dir, dass du die offen stehenden Rechnungen bald regeln und dann vergeben kannst. Ich sollte mich wohl auch mit dem Thema „Rache“ auseinandersetzen denn ich glaube, Rachegedanken hegt jeder von uns. Hab ein schönes Wochenende, herzliche Grüße, Michaela

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  7. Liebe Michaela, sehr bewegend für mich. Dein Blogpost hat wieder Türen geöffnet, die eigentlich zu waren. Nicht schlimm, aber etwas Gedankenkarussel. Ich habe verziehen, aber vergessen habe ich meine Kindheit nicht. Manchmal sehe ich es positiv. Ich wäre nicht so stark, wenn ich bestimmte Dinge nicht erlebt hätte. Ich sende Dir herzliche Grüße aus dem stürmischen Norden Pet

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  8. Liebe Pet, deine Einstellung, die Kindheit positiv zu sehen, finde ich gut. Vergessen tue ich auch nichts – aber ich denke, das schaffen sowieso nur die wenigsten von uns. Jede Krise macht uns stark und dafür müssen wir wiederum dankbar sein. Wenn du nicht verzeihen kannst, dann versuche, dankbar zu sein. Herzliche Grüße aus dem sonnigen München, Michaela

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  9. Liebe Michaela!
    Danke für diesen tollen Beitrag! Ich denke auch öfter über dieses Thema nach. Für mich würde ich sagen, dass ich im Kleinen überhaupt nicht nachtragend bin. Aber bei richtig harten Sachen (habe nur ein, zwei) versuche ich für mich die Angelegenheit ohne Hass abzuschließen, damit kein Stachel in meinem Fleisch sitzt. Die Person, die dafür verantwortlich ist, bleibt aber für mich erledigt. Möchte ich nie wieder mit zu tun haben. Ich finde, man kann gewisse Dinge nicht vergeben, aber man kann dankbar dafür sein, wenn man die Stärke besitzt abzuschließen und dem nachtragenden Hass keinen Raum im Herzen lässt. Rache ist nicht mein Ding.
    Liebe Grüße
    Monika

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  10. Liebe Monika, es kommt immer drauf an, wo meine Befindlichkeiten liegen. Mittlerweile gelingt es mir, mich in den anderen hineinzuversetzen und zu verstehen, warum so gehandelt wurde. Das macht es leichter – machmal jedenfalls. Aber im Großen und Ganzen bleiben für mich Personen, die mich sehr getroffen haben, auch erledigt. Ich halte es da ganz wie du. Hass schadet uns ja nur selbst und wenn man das begriffen hat, fällt verzeihen schon viel leichter. Freut mich sehr, dass dir der Blogpost gefallen hat.

    Ich schicke herzliche Grüße nach Hannover, Michaela

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