Familienaufstellung – Teil 1

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Hallo meine Lieben,

heute möchte ich euch von Familienaufstellungen berichten weil ich von diesem Erlebnis sehr fasziniert war. Wem das zu esoterisch oder abgefahren ist, braucht es ja nicht lesen aber ich finde nicht, dass es Humbug ist, da Familienstellen eine sehr seriöse Sache ist – vorausgesetzt natürlich, sie wird von keinem „Scharlatan“ durchgeführt.

Eine Familienaufstellung wollte ich schon ganz lange machen aber irgendwie ist es nie dazu gekommen. Ich hatte beim Besuch eines Konfliktsemiars vor ca. 20 Jahren mal eine „Aufstellung“ im Kollegenkreis erlebt. Die Teilnehmer kannte ich nicht aber schon damals faszinierte mich diese Eigendynamik, die sich entwickelte als einer der Teilnehmer seinen Abteilungsleiter, dessen Vertreter und noch ein paar Kollegen aufstellte. Sehr spannend. Man muss also nicht zwingend seine Familie aufstellen, sondern kann den Freundes- oder Kollegenkreis genauso aufstellen.

Warum macht man eine Familienaufstellung?

Eine Familienaufstellung ist eine tolle Möglichkeit, sich aus übernommenen Mustern, Strukturen und Verhaltensweisen zu befreien.

Mitglieder einer Familie zeichnen sich durch vielfältige, vernetzte Beziehungen untereinander aus. Da wir alle Menschen sind, verstoßen wir oft gegen die familiäre Ordnung (was meist unbewusst passiert). Jedoch hat jeder Verstoß Auswirkungen unterschiedlicher Intensität auf die restlichen Familienmitglieder, die sich in körperlichen Symptomen wie Schlaflosigkeit, chronische Krankheiten, Rückenschmerzen usw. zeigen können.

Aber nicht nur körperlich sind solche Verstöße zu spüren, sondern auch beispielsweise an „unsichtbaren Fußfesseln“, die uns davon abhalten, bestimmte Dinge zu tun wie

  • endlich den verhassten Job zu kündigen um seinen Traumberuf auszuüben
  • den Ehepartner zu verlassen, der uns schon lange unglücklich macht
  • endlich mal „NEIN“-sagen
  • sich von Freunden zu trennen, die uns nicht gut tun
  • in eine andere Stadt/ein anderes Land zu ziehen und alles hinter sich lassen

Ihr kennt das sicher auch, dass wir uns oft ganz dolle anstrengen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen aber der gewünschte Erfolg bleibt aus obwohl wir alle Voraussetzungen und Fähigkeiten dazu besitzen, dieses Ziel zu erreichen. Oder wenn wir uns festgefahren und blockiert fühlen ohne zu wissen, weshalb das so ist. Wiederum andere von uns müssen traumatische Dinge verarbeiten, die uns daran hindern, ein glückliches Leben zu führen. Oft kommen wir immer und immer wieder in die gleiche Situation und müssen uns immer den gleichen, wiederkehrenden Problemen stellen usw….. Für all diese Fälle sind Familienaufstellungen sinnvoll.

Akut suizidale oder psychotische Menschen sollten meiner Meinung nach in erster Linie stabilisiert werden und ich stelle mir eine Aufstellung eher problematisch und kontraproduktiv vor. Man sollte schon psychisch gefestigt sein, ehe man eine Familienaufstellung angeht. Und natürlich ist es ratsam, sich in die Hände eines erfahrenen systemischen Therapeuten zu begeben.

Was genau ist eine Familienaufstellung?

In einer Familienaufstellung werden Strukturen, Blockaden, Glaubensmuster und verzwickte Beziehungen innerhalb einer Familie sichtbar, die bisher im Verborgenen lagen. Eine Familienaufstellung bietet die Chance, Strukturen zu verbessern oder gar neu auszurichten.

Man kann sich aussöhnen (auch mit sich selbst) und sich aus unangenehmen Situationen befreien. Manchmal will man einfach nur gewissen Handlungen einer Person innerhalb einer Familie verstehen.

Bei solchen Aufstellungen sind übrigens nicht nur die aktuellen Mitglieder betroffen, sondern es kann auch über viele Generationen hinausgehen (Großeltern, Urgroßeltern usw.) denn wir schleppen nicht selten Schuld und Last unserer Vorfahren mit uns herum.

Wie läuft eine Familienaufstellung ab?

Die Familiencoaches haben oft feste Termine, an denen sie Aufstellungen anbieten, die nicht selten auch zwei Tage dauern können. Ihr müsst euch dort einfach anmelden und euch einen Platz bestätigen lassen. Mein Coach hat mich drei Tage vor der Aufstellung angerufen und mir ein paar Fragen über mein Thema und meine Familienmitglieder gestellt denn ein guter Coach bereitet sich natürlich vor. Das Gespräch hat ca. 10 Minuten gedauert.

Am Aufstellungstag finden sich alle Interessenten in einem Raum zusammen. Wir waren 10 Personen, vor Corona konnten solche Aufstellungen mit 15 Personen abgehalten werden. Nicht jeder der anwesenden Personen möchte selbst ein Thema aufstellen, sondern einfach nur als „Repräsentant“ dabei sein und sich aufstellen lassen. Man profitiert allein schon wenn man dabei ist!

Der Aufsteller steht mit seinem Thema z. B. „was hält mich davon ab, meinen Mann zu verlassen“ oder „warum werde ich immer gemobbt?“ im Mittelpunkt. Zunächst wird das Anliegen des Aufstellers kurz beschrieben. Dann wählt der Aufsteller die Stellvertreter für die Personen, die für diese Aufstellung relevant sind und platziert sie im Raum (die Stellvertreter müssen keine Ähnlichkeit mit den richtigen Personen aufweisen). Hier könnten beispielsweise die Eltern des Aufstellers, der Ehemann und dessen Eltern stehen. Oft werden noch die Großeltern aufgestellt, Geschwister (sofern man welche hat) oder die eigenen Kinder.

Durch die Platzierung der Stellvertreter entsteht im Raum ein Bild, durch welches der Coach einen Überblick bekommt und so die Thematik immer klarer sind. Ihr müsst euch eine Platzierung so vorstellen, dass sich plötzlich die Stellvertreter voneinander entfernen oder ganz nahe zusammenrücken. Manche wollen sich nahe sein, andere wenden sich ab. Es entsteht eine Eigendynamik und der Prozess des Aufarbeitens beginnt.

Gemeinsam wird nun Stück für Stück das Problem entschlüsselt und das kann sehr emotional werden denn durch die Aufstellung entsteht ein sogenanntes „morphisches Feld“, welches Energien freisetzt. Mit morphischen Feldern befassen wir uns im nächsten Blogpost.

Ziel der Familienaufstellung ist es, dass die Thematik des Aufstellers gelöst, ausgesöhnt, verändert oder neu ausgerichtet wird. Emotionen, Muster und Gefühle werden mithilfe des Coaches gelöst und zum Positiven entwickelt. Anders ausgedrückt: übernommene Gefühle, Schuld, Traumata werden zurückgegeben. Die „Ordnung“ wird wieder hergestellt. Alle Familienmitglieder (auch längst Verstorbene) werden wahrgenommen und gewürdigt. Jeder darf den ihm zustehenden Platz einnehmen. Das Geben und Nehmen im Familiensystem wird ausgeglichen. Nun kann Lebensenergie wieder frei fließen und Heilungsprozesse in unserem Körper werden unterstützt.

Extrem spannend ist, dass die Stellvertreter etwas von den Gefühlen der dargestellten Person wahrnehmen weil sie sich nun in einem morphischen Feld befinden. Was es mit morphischen Feldern auf sich hat, klären wir im nächsten Blogpost.

Habt ihr schon mal an einer Familienaufstellung teilgenommen oder ist das für euch zu esoterisch?

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Vorschau

Im nächsten Blogpost gehts gleich weiter mit Familienaufstellung und den morphischen Feldern. Es bleibt spannend.

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15 Kommentare

  1. Interessant, aber ich würde so etwas mit meiner Familie nicht machen, wir sprechen miteinander und durch gute Gespräche können viele Probleme gelöst werden bevor es Therapeuten braucht, viele verschlimmbessern oft nur! Meine Meinung halt, aber jeder so wie er möchte! 🙂

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  2. Hört sich wirklich interessant und vor allem wirkungsvoll an…
    ich hab aber schon noch Respekt vor den eventuellen Emotionen..
    Liebe Grüße

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  3. Ich kann mir nicht vorstellen wie man in Abwesenheit eines Menschen sein Problem mit ihm klären kann. Jetzt warte ich auf den nächsten Beitrag, denn Interesse hab ich schon daran, lieben Gruß simone

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  4. Liebe Michaela!
    Das ist ja höchst interessant!! Habe ich ehrlich gesagt noch nie davon gehört und wohl auch nicht gebraucht🤷🏻‍♀️. Sonst hätte ich vielleicht nach so etwas gesucht. Für mich ist das schwer vorstellbar. Ich bin durch meine Eltern sehr frei aufgewachsen. Konflikte trage ich in der Regel sofort aus. Und von Menschen die mir nicht gut tun, trenne ich mich in der Regel schnell und meistens unkompliziert (selbst wenn es sich um Verwandte handelt). Vielleicht bin ich deshalb zum 4. Mal verheiratet🤣. Oder liegt es daran, dass ich im Sternzeichen Widder geboren bin(?) und deshalb etwas ungeduldig, selbstsüchtig und kämpferisch? Wie dem auch sei, ich finde diesen Ansatz höchst spannend! Funktioniert das tatsächlich? würde gerne noch mehr davon erfahren!
    Liebe Grüße, danke für Deine tollen Themen und Denkanstöße👍
    Monika

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  5. Liebe Michaela, nach dem Tod meines Vaters gab es viele familiäre Turbulenzen und ich spürte eine Lücke in meinem Leben, die so groß war, dass ich ständig traurig war. Die Beziehung zu meinem Vater war nur in den letzten 15 Jahren vor seinem Tod entspannt und gut. Vorher haben wir uns oft gegenseitig gehasst. Durch die Familienaufstellung haben meine traurigen Gefühle nach Papas Tod ein Gesicht und eine Begründung bekommen. Es hat mir sehr geholfen und meine Position in der Familie gezeigt. Eine tolle Möglichkeit mit geschulten Menschen sich ein Stück näher zu kommen. Super, dass Du so mutig warst Dich darauf einzulassen. Herzlichst Pet

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  6. Hallo, liebe Michaela. Wow…….ein mega interessantes Thema! Für mich ist das absolutes Neuland, und sehr spannend! Habe zuvor noch nie davon gehört. Ich finde so eine Therapie erfordert einiges an Mut. Man wird ja mit so manchen Emotionen konfrontiert, die unangenehm sein können. Man muß sich darauf einlassen, und vertrauen, dann kann es sicher sehr hilfreich sein.
    Liebe Grüße, auch an die Jungs
    Corinna

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  7. Liebe Michaela, das hast Du super beschrieben, vielen Dank. Ich habe mal mit meiner Psychotherapeutin eine Familienaufstellung gemacht. Es war verblüffend, was dadurch sichtbar wurde. Und ja, das drauf einlassen können ist bei dem Thema tatsächlich wichtig. Ich freue mich auf Deinem Blog mehr zu lesen! Herzlichst, Sovely

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  8. Liebe Solvey, ich bin auch sehr fasziniert was da alles sichtbar wurde. Ich denke, eine Familienaufstellung ist eine gute Option – nicht nur um Ängste und Unsicherheiten zu verstehen, sondern auch eine echte Entscheidungshilfe. Ich war vorgestern bei meiner zweiten Aufstellung und es wird nicht die letzte gewesen sein. Ich freu mich, dass du mit dabei bist auf’m Blog. Herzliche Grüße, Michaela

    Gefällt 1 Person

  9. Liebe Corinna, ein in der Tat ganz faszinierendes Thema. Wer wirkliche Probleme hat, braucht eine ganze Menge Courage und frage nicht, wieviel geweint wird bei solchen Aufstellungen. Aber sie bieten eine echte Hilfe – auch wenn wichtige Entscheidungen anstehen können sie eine echte Hilfe sein. Wir grüßen ganz herzlich zurück, Michaela

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  10. Liebe Pet, schön, dass dir die Aufstellung geholfen hat. Auch wenn man es nicht glauben will, aber man ergründet viel und im besten Fall nimmt vieles eine positive Wende. Sehr interessant und ich bleibe garantiert weiter dran an dem Thema. Viele Grüße und ein schönes Wochenende, Michaela

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  11. Liebe Monika, es funktioniert tatsächlich und ich bin immer wieder erstaunt, was da alles ans Tageslicht kommt. Damit meine ich auch durchweg positive Dinge und große Gefühle. Ich komme im Leben auch gut durch aber es gibt ein paar Dinge, die ich verstehen oder verbessern möchte. Da kann so eine Familienaufstellung sehr helfen. Es hat übrigens sicherlich einen guten Grund, weshalb du viermal geheiratet hast. Wer weiß, was deinen Vorfahren alles widerfahren ist 🙂
    Ich freu mich, dass dich die Themen interessieren. Ein großes Kompliment – vielen Dank. Herzliche Grüße, Michaela

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  12. Liebe Simone, doch, man kann in Abwesenheit anderer Menschen Probleme klären und zwar mit der Energie des morphischen Feldes. Lies bitte Teil 2. Ich hatte vorgestern meine zweite Aufstellung und war ziemlich überrascht. Herzliche Grüße, Michaela

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  13. Liebe Susi, es ist höchst emotional und bisher gab es keine Aufstellung, die ich erlebt habe, in der nicht geweint wurde. Aber es ist auch sehr befreiend. Wir werden ja bald persönlich darüber sprechen. Herzliche Grüße, Michaela

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  14. Liebe Barbara, ich spreche auch mit meiner Familie und kläre vieles. Aber ich kann leider nicht mehr mit Verstorbenen sprechen und diese Möglichkeit hat man in einer Familienaufstellung. Gerade die Großeltern oder Urgroßeltern haben im Krieg schlimme Dinge erlebt, die nicht ausgesprochen oder verarbeitet wurden. Solche Erlebnisse wirken nach – auch über Generationen hinweg. Auch unbewältigte Trauer kann einem das Leben schwer machen, das geht dann oft auf die Kinder und Enkelkinder über.
    Aber auch unter den Lebenden gibt es Verstrickungen, von denen keiner etwas ahnt, weil sie auf den ersten Blick nicht soooo schlimm sind, dass man eine Therapie braucht. Würde man diese Verstrickungen erkennen, käme man (noch) leichter durchs Leben. Da nützen auch keine noch so guten Gespräche was denn wenn man nicht weiß, wo es hakt, kann man nicht dagegen angehen.
    Im übrigen glaube ich nicht, dass jeder in der Familie so offen ist. Oder hast du deinen Eltern immer ALLES erzählt? Glaubst du, deine Eltern erzählen dir ALLES? Es gibt ja auch ganz intime Dinge, die man nicht mit seinen Eltern oder Kindern besprechen möchte. Gerade die Generation der Großeltern oder Urgroßeltern war eher verschlossen.
    Eine Familienaufstellung ist mit einer Therapie nicht gleichzusetzen.
    Ich hoffe, du bleibst weiterhin mit dabei beim Thema auch wenn du eine andere Meinung hast.
    Viele Grüße, Michaela

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